Augenarzt Praxis    Prof. Dr. med. Christoph Hirneiß
 

Infothek

 

 

Glaukom (Grüner Star)

 Beim sogenannten grünen Star kommt es zu einer fortschreitenden Schädigung des Sehnervens, welche oft mit einem erhöhten Augeninnendruck assoziiert ist. In Deutschland sind etwa eine Million Menschen von dieser Erkrankung betroffen. Weltweit ist das Glaukom die häufigste Ursache einer irreversiblen Erblindung, die bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie verhindert werden kann. 

 Diagnose

 Ein frühes Krankheitsstadium kann allein der Augenarzt durch eine Untersuchung an der Spaltlampe mit Beurteilung des Sehnervenkopfes, durch Messung des Augeninnendrucks und gegebenenfalls durch eine zusätzliche Bestimmung des Gesichtsfelds erkennen. Die Gefahr des Glaukoms besteht in einem schleichenden Beginn und häufig unbemerktem Voranschreiten der Erkrankung. Der oft erhöhte Augeninnendruck ist in der Regel schmerzlos. Das zentrale Sehen (Sehfeld in der Mitte) wird beim grünen Star erst ganz zum Schluss betroffen. 

 Bemerken die Patienten, dass das Sehen schlechter geworden ist, ist die Erkrankung meistens schon weit vorangeschritten. Für manche Augen mit Glaukom ist bereits ein Augeninnendruck im normalen Bereich zu hoch.

 Es gibt bekannte Risikofaktoren, die mit einer erhöhten Erkrankungswahrscheinlichkeit für Glaukom verbunden sind. Hierzu gehören Alter, Kurzsichtigkeit, Rassenzugehörigkeit (Afrikaner haben ein erhöhtes Risiko) und vor allen eine familiäre Vorbelastung.

 Tipp: Ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zum Augenarzt zu gehen!

 Therapie

 Ist ein Glaukom erst einmal erkannt, kann man in erster Linie mit Augentropfen den Augeninnendruck regulieren und ein Fortschreiten der Krankheit verhindern. Lässt sich der grüne Star mit Augentropfen alleine nicht regulieren, stehen Laserbehandlungen oder verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung. Die klassische Glaukomoperation besteht darin, einen neuen Abfluss des Kammerwassers anzulegen. Dieses fließt dann unter die Bindehaut und wird von dieser aufgenommen. In den letzten Jahren haben sich zudem eine Vielzahl von Verfahren etabliert, die mit einem minimal-invasivem Ansatz zu einer Augendrucksenkung führen. Hierbei werden oft kleine Implantate eingesetzt. Beispielsweise kann der Abfluss unter die Bindehaut auch durch das Setzen eines Stents erreicht werden, wofür nur ein kleiner Schnitt in die Hornhaut notwendig ist. Viele neue Verfahren werden im Moment eingesetzt, wobei Langzeiterfahrungen noch gesammelt werden müssen. Immerhin ist das Glaukom in der Regel eine nur langsam fortschreitende Erkrankung, und man benötigt die Beobachtung über mehrere Jahre. Alle therapeutischen Ansätze können die Krankheit im besten Fall nur stabilisieren. Doch die Anteile des Sehnervens, die einmal verloren sind, lassen sich nicht mehr reparieren. Dies zeigt die Bedeutung der Erkennung der Erkrankung in einem frühen Stadium auf.

 

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Als Makula bezeichnet man am Auge die Stelle auf der Netzhaut, die den Punkt des schärfsten Sehens abbildet. Bei vielen Patienten kommt es im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses zu einem Umbau und Ablagerungen in diesem Netzhautareal. 

Diese Altersbedingte Makula Degeneration (abgekürzt AMD) hat zur Folge, dass sich eine Sehstörung unterschiedlichen Ausmaßes im zentralen Gesichtsfeld manifestiert. Den Betroffenen fällt es somit schwer Gesichter oder Gegenstände zu erkennen. 

 Der genaue Entstehungsmechanismus dieser Erkrankung ist aktuell noch unklar. Man weiß aber, dass erbliche Faktoren, Lichtbelastung, entzündliche Prozesse, sowie Abbauvorgänge im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses eine Rolle spielen. 

Arten der AMD

Prinzipiell unterscheidet man eine trockene und eine feuchte Form der altersbedingten Makuladegeneration. Während bei der trockenen Form Abbauprozesse im Vordergrund stehen, kommt es bei der feuchten Form zum Auswachsen von neuen Gefäßen aus bereits bestehenden. 

 Gute Therapiemöglichkeiten: Therapie der feuchten Makuladegeneration

 Lange Zeit galt insbesondere die feuchte Form der altersbedingten Makuladegeneration als nicht behandelbar. Den Patienten konnte man wenig Hoffnung machen, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern oder gar eine Verbesserung herbeizuführen. Inzwischen haben sich die therapeutischen Möglichkeiten deutlich erweitert. 

 Für die Therapie der feuchten Form haben sich in den letzten Jahren zahlreiche neue Aspekte ergeben. Abhängig von der individuellen Situation ist es möglich, das Sehvermögen der Patienten in etwa 40 Prozent der Fälle zu verbessern und in den meisten Situationen wenigstens zu stabilisieren. Grundlage ist der Botenstoff Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF), der unter anderem für den Flüssigkeitsaustritt verantwortlich ist. Durch eine medikamentöse Hemmung von VEGF können die neuen Gefäße abgedichtet werden und dadurch die Funktionsfähigkeit der Netzhaut verbessert werden.

Medikamentöse Therapie

Es gibt aktuell unterschiedliche Medikamente, die für eine direkte Hemmung dieses Botenstoffes unter unterschiedlichen Voraussetzungen zur Verfügung stehen (Lucentis ®, Avastin ®, Eyelea®). 

 Allen diesen Medikamenten ist gemein, dass sie wiederholt in das Auge (in den Glaskörperraum) gespritzt werden müssen. Diese operative Medikamentenapplikation muss in einem geeigneten Operationsraum unter sterilen Bedingungen erfolgen. 

 Nach einer „Aufsättigungsphase“ mit mehreren Injektionen im Regelfall in vierwöchigem Abstand muss das Auge weiter kontrolliert werden, um ein Rezidiv so früh wie möglich zu erkennen und therapieren zu können. Hierzu wird die Sehschärfe geprüft, zusätzlich können hochauflösende bildgebende Verfahren wie die Optische Cohärenztomographie (OCT) ein Rezidiv früher erkennen.

 Wie das Medikament ins Auge kommt

 Im Regelfall sind zunächst durchschnittlich drei Behandlungen nötig, um einen Stillstand der Erkrankung zu erreichen. Nach dieser ersten Behandlung sind jedoch regelmäßige weitere Kontrollen nötig, da die Erkrankungen erneut aufflammen kann oder nicht vollständig zur Ruhe gebracht wurde. In den meisten Fällen ist daher eine erneute Behandlung nötig. 

 Für den optimalen Erfolg dieser neuen Therapieansätze ist es sehr wichtig, dass eine Therapie so früh wie möglich im Krankheitsverlauf unternommen wird. Ist die Makula bereits vernarbt, kann es meist nicht mehr zu einer Verbesserung kommen. Dies gilt auch im Fall eines Rezidivs, hier muss ebenso zeitnah wieder therapiert werden.

Auf der Suche nach verbogenen Linien: Der Amsler-Test

Mit Hilfe des Amsler-Tests lassen sich frühe Anzeichen einer Makuladegeneration feststellen. Wenn beim Blick auf einen zentralen Punkt auf einem karierten Blatt Papier die Linien wellenförmig aussehen, dann ist das ein Alarmsignal, welches auf das Vorliegen einer AMD hinweisen kann, aber nicht muss. Eine eingehende augenärztliche Untersuchung sollte eine AMD ausschließen.

Therapie der trockenen Makuladegeneration

Bei der Therapie der altersbedingten Makuladegeneration weiß man, dass die Einnahme einer Kombination verschiedener Nahrungsergänzungsmittel bei bestimmten trockenen Formen der AMD das Risiko einer deutlichen Verschlechterung reduzieren kann.

 

 Katarakt (Grauer Star)

Der Graue Star stellt für die Mediziner heute kein großes Problem mehr dar. Der Patient bemerkt Sehverschlechterung wie einen Schleier, reduziertes Farbensehen und Blendung. Der Name Katarakt kommt aus dem Alt-Griechischen und bedeutet an sich „Wasserfall“. Früher glaubte man, die graue Farbe, die in der Pupille eines Menschen mit totaler Linsentrübung zu erkennen ist, sei eine geronnene Flüssigkeit. 

Therapie: Operation

Der Graue Star lässt sich gut behandeln, indem man bei der Katarakt-Operation die trübe Linse operativ entfernt und durch eine intraokulare Kunstlinse (IOL) ersetzt. Allein in der Bundesrepublik beträgt die jährliche Anzahl der Katarakteingriffe über 800.000, weltweit sind es etwa 15 Millionen. Die Operation wird heutzutage größtenteils ambulant durchgeführt. Laut einer Umfrage unter deutschen Kataraktchirurgen wird die Anästhesie bei der Kataraktoperation überwiegend in Lokalanästhesie, zunehmend in Tropfanästhesie durchgeführt. Nur in wenigen Fällen erfolgt heutzutage der Eingriff in Vollnarkose.

Eine Ergänzung der bestehenden Operationstechnik stellt die Implementierung der Femtosekundenlasertechnik als sogenannte „Femto-assistierte“-Kataraktoperation dar.

Hierbei werden die wesentlichen Operationsschritte, wie die operativen Zugangswege über die Hornhaut, die Eröffnung der Linsenkapsel und die Fragmentierung der Linse nicht manuell und rein ultraschallbasierend, sondern lasergestützt ausgeführt, wodurch eine Verbesserung der Sicherheit und der Präzision erzielt werden soll.

Moderne Augenheilkunde

Moderne intraokulare Linsen sind zumeist faltbar und können durch einen kleinen Schnitt in der Hornhaut in das Auge eingebracht werden. Um die Häufigkeit der häufigsten postoperativen Komplikationen nach Kataraktoperation, die Bildung eines sogenannten Nachstars zu vermindern, werden heute Linsen mit einem scharfen Kantendesign hergestellt. Die moderne Katarakt-Chirurgie umfasst neben der Implantation von Standardlinsen auch die Implantation von Sonderlinsen. Diese zeichnen sich durch verschiedene besondere optische Eigenschaften wie zum Beispiel Asphärizität, aus.

Übersicht über verschiedene Modelle von Intraokularlinsen

- Blaufilter-Linsen („Gelbe Linsen“)

Blaufilter reduzieren die Durchlässigkeit für den kurzwelligen Lichtanteil. Dieses Licht steht im Verdacht, möglicherweise Schäden an der zentralen Netzhaut zu verursachen. Außerdem wird das kurzwellige Licht stärker gestreut als langwelliges Licht, was zu einer Beeinträchtigung des Kontrastsehens führen kann. Blaufilterlinsen wirken sich daher positiv auf das Kontrastsehen aus.

- Asphärische Linsen

Das menschliche Auge ist kein perfektes optisches System. Asphärische IOL zeichnen sich durch eine optimierte Oberflächenkrümmung der Optik aus, die den wichtigsten Abbildungsfehler, die sogenannte sphärische Abberation, korrigieren. Positive Auswirkungen kommen vor allem bei einer großen Pupillenweite zum Tragen.

- Torische Linsen

Bei Vorliegen einer höheren Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) von über 1,25 Dioptrien können torische Linsen eingesetzt werden. Diese Linsen können die Verkrümmung der Hornhaut ausgleichen und verbesseren den Seheindruck sowohl in der Ferne als auch in der Nähe.

- Multifokale Linsen

Diese Linsen zeichnen sich durch das Vorliegen zweier oder mehrerer Brennpunkte aus und ermöglichen so bei den meisten Tätigkeiten des Alltags ein Sehen in der Nähe und in der Ferne ohne eine zusätzliche optische Korrektur. Der Patient nimmt nur das fokussierte Bild wahr, während die durch den anderen Fokus erzeugte Abbildung undeutlich erscheint. Allerdings treten störende optische Phänomene wie Blendempfindlichkeit und Lichthöfe durch das Vorhandensein mehrerer Brennpunkte deutlich häufiger auf als nach Implantation von Standardlinsen. Vor der Implantation solcher Linsen muss ein ausführliches Gespräch erfolgen und das Für und Wider abgewogen werden.

 

Refraktive Hornhautchirurgie

Mit dem Laser zum scharfen Sehen

Neben Brille und Kontaktlinse stehen heute in der Augenheilkunde verschiedene operative Korrekturverfahren zur Verfügung um Refraktionsfehler dauerhaft zu korrigieren. Prinzipiell werden in diesem Zusammenhang hornhautchirurgische (keratorefraktive) Laserkorrekturen und linsenchirurgische Maßnahmen unterschieden.

Eine Erfolgsgeschichte

Über 25 Jahre nach Einführung der keratorefraktiven Laserchirurgie werden heute jährlich allein in Deutschland etwa 120.000 keratorefraktive Eingriffe durchgeführt. Die Kombination eines mechanischen, lamellierenden Hornhautschnittes mit einer Entfernung von Hornhautgewebe mittels Laser ist heute als laserassistierte in situ Keratomileusis, kurz „LASIK“ bekannt und stellt die zahlenmässig weltweit deutlich häufigste Operation im Bereich der keratorefraktiven Chirurgie.

LASIK

Die LASIK ist jedoch nicht für jeden Patienten geeignet. Vor allem die Höhe der Korrektur ist ein limitierender Faktor. Den Richtlinien der Kommission Refraktive Chirurgie zufolge sollte bei Vorliegen einer Weitsichtigkeit (Hyperopie) von mehr als +3 dpt, einer Kurzsichtigkeit (Myopie) grösser als -8 dpt oder einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) grösser als 5 dpt dieses Verfahren aus Sicherheitsgründen generell nicht mehr eingesetzt werden. Die physikalischen Eigenschaften der Hornhaut begrenzen das Behandlungsfenster. Gerade bei höheren Fehlsichtigkeiten kann, um die erforderliche Sicherheit und eine entsprechende optische Qualität zu gewährleisten, die korneale optische Korrekturzone oft nicht gross genug gewählt werden.

Bei der Femtosekundenlaser-assistierten LASIK (sogenannte Femto-LASIK) ersetzt ein Femtosekundenlaser das Schneideinstrument. Dieser Laser appliziert ultrakurze Infrarotlaserpulse direkt in das Hornhautstroma und generiert so kleine Blasen, welche eine dünne Gewebeschicht (Lentikel) „schneiden“. Nach dem Aufklappen des Lentikels wird Hornhautgewebe weggelasert. Nach Zurücklegen des Lentikels wird der Spaltraum mit Spülflüssigkeit gereinigt und der Lentikel wieder angedrückt. Innerhalb von wenigen Minuten kommt es zu einem Ansaugen des Lentikels, so dass dieser bereits innerhalb weniger Stunden durch einen Epithelschluss am Schnittrand eine erste Stabilität erhält.

Das gilt insbesondere für junge Patienten mit meist großer Pupillenweite. Die LASIK bei Weitsichtigkeit wird darüber hinaus durch die im Vergleich zur LASIK bei Kurzsichtigkeit wesentlich häufigeren Komplikationen wie postoperative Regression (Verschlechterung nach der Operation), Unterkorrektur oder Blendempfindlichkeit in ihrem Anwendungsbereich nach oben deutlich eingeschränkt.

ReLEx Smile

Ein weiteres, rein Femtosekundenlaser-assistiertes Verfahren ohne Anwendung des Excimerlasers stellt die sogenannte Refraktive Lentikelextraktion (ReLEx) dar, bei der mit einem Femtosekundenlaser ein refraktives Lentikel innerhalb der Hornhaut präpariert wird. Dieses Lentikel wird dann um die entsprechende Brechkraftänderung zu erzielen über eine 4 mm breite Inzision herausgezogen (ReLEx smile). Eine zusätzliche Behandlung mit dem Excimerlaser ist hier nicht erforderlich. Aktuelle Daten belegen hier vergleichbare Ergebnisse wie bei der Femto-LASIK. Die minimalinvasive Vorgehensweise ohne Flapgenerierung bei der ReLEx Smile Behandlung hat Vorteile in dem weniger Auftreten einer trockenen Augensymptomatik in der postoperativen Phase.

Wegweisend für die richtige Wahl des jeweiligen operativen Verfahrens zur Korrektur einer bestehenden Fehlsichtigkeit ist eine sorgfältige präoperative Diagnostik mit Berücksichtigung genereller Ein- und Ausschlusskriterien.

„Es muss betont werden, dass heute der häufigste Grund für postoperative Komplikationen, ein suboptimales Behandlungsergebnis und letztlich eine Unzufriedenheit des Patienten nach refraktiver Chirurgie nicht eine Komplikation des operativen Eingriffs per se ist, sondern vielmehr eine im Vorfeld der Operation nicht ausreichende Beachtung bestehender Ausschlusskriterien. Vor der Operation sollte eine sorgfältige Anamnese stattfinden, die insbesondere systemische Grunderkrankungen erfasst.“

 

 Vor der Operation

  • Um gemeinsam mit dem Patienten die richtige Entscheidung über eine refraktive Korrektur zu treffen, sollten auch im Vorfeld persönliche Interessen und berufliche Tätigkeiten abgefragt werden. Der Patient sollte darüber hinaus genau erläutern, was er sich genau von einem refraktiven Eingriff verspricht. In den meisten Fällen wird dies die Unabhängigkeit von der Sehhilfe sein. Besonders Patienten mit beginnender Alterssichtigkeit müssen in diesem Zusammenhang über die Grenzen keratorefraktiver Verfahren aufgeklärt werden oder über entsprechende Alternativen wie die Monovision. Anomalien der Hornhaut müssen präoperativ ebenso sicher ausgeschlossen werden.

    Alter und Dauer der Fehlsichtigkeit

    Generell sollte der Patient eine stabile Fehlsichtigkeit über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren aufweisen. Diese ist gerade bei jungen Patienten im Alter unter 25 mit einer mittel- bis höhergradigen Kurzsichtigkeit entgegen ihrer eigenen Einschätzung oft nicht gegeben. Ein Ausmessen alter Brillen oder zurückliegender Brillenrezepte hilft im Einzelfall, das Risiko einer weiteren Progression der Kurzsichtigkeit abzuschätzen. Bei sich noch verändernder Fehlsichtigkeit sollte - falls der Patient ausdrücklich eine refraktive Korrektur wünscht - beachtet werden, dass postoperativ noch die Möglichkeit einer problemlosen Nachkorrektur gegeben ist.

    Monovision

    Bei Patienten mittleren Alters mit beginnender Alterssichtigkeit (Presbyopie) sollte im Vorfeld nach Bestimmung des dominanten Auges ein Kontaktlinsentrageversuch zur Simulation einer sogenannten Monovision erfolgen. Bei der Monovision wird in der Regel das dominante Auge so korrigiert, dass dieses in der Ferne scharf sieht, das Partnerauge wird in Richtung einer geringgradigen Kurzsichtigkeit korrigiert, um mit diesem Auge ein Sehen oder ein Lesen in der Nähe zu ermöglichen.

    Fazit

    „Die moderne refraktive Hornhautchirurgie bietet unter Beachtung der richtigen Patientenselektion sowie auf Basis einer sorgfältigen Diagnostik dank sich stetig verbessernder mikrochirurgischer Techniken und einer mittlerweile auf über 25 Jahre zurückblickende Erfahrung in den Händen eines erfahrenen Operateurs eine sehr hohe Sicherheit mit gutem postoperativen Ergebnis und einer hohen Patientenzufriedenheit.“

Weitere häufige Augenerkrankungen

 Richtig erkennen, richtig behandeln: Häufige Erkrankungen

Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Stabsichtigkeit: Diese Fehlsichtigkeiten lassen sich mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren und inzwischen auch großteils operativ behandeln. Doch nicht alle Augenerkrankungen wirken sich ausschließlich auf das Sehvermögen aus.

Mehr als nur ein Schönheitsfehler: Schielen (Strabismus)

Das eine Auge blickt geradeaus, das andere zur Seite, nach oben oder nach unten: Rund zwei Millionen Deutsche schielen und sind damit nicht nur stigmatisiert; bei Schielen im Kindesalter kommt es oft auch zu einer Sehstörung: Das Gehirn bemüht sich, die Bilder beider Augen zur Deckung zu bringen. Gelingt dies nicht, wird das schielende Auge vom Gehirn ausgeblendet und kann keine volle Sehkraft entwickeln (Fachausdruck Amblyopie).

Tipp:

Daher ist es ratsam, schnell den Augenarzt aufzusuchen, wenn Kinder Auffälligkeiten zeigen: Es gibt ein Fenster bis etwa zum Ende des Grundschulalters, bei dem sich diese Amblyopie noch behandeln lässt. Danach kann das Auge nicht mehr umlernen, die Sehkraft bleibt teilweise stark eingeschränkt. Hier gilt: Je früher die richtige Diagnose gestellt und eine entsprechende Behandlung begonnen wird, desto besser ist die Aussicht auf Ausbildung eines normalen Sehvermögens.

Alarmsignale und „normales“ Schielen

Ein neugeborener Säugling kann Gegenstände noch nicht fixieren. Es ist normal, dass seine Augen manchmal nicht ganz parallel stehen. Bedenklich wird es nur dann, wenn ein Auge ständig von der Richtung des anderen abweicht. Eltern sollten auch dann aufhorchen, wenn sich ein Kind besonders „tollpatschig“ anstellt, ständig gegen Gegenstände läuft oder beim Betrachten von Bildern oder später beim Lesen über Kopfschmerzen klagt. Nicht immer nämlich lässt sich eine Fehlstellung der Augen ohne weiteres erkennen. Erst eine gründliche Untersuchung kann in diesen Fällen Klarheit bringen.

Abkleben, Behandlungsmöglichkeiten beim Schielen

Abkleben: Bei Kindern kann es helfen, das gesunde Auge zeitweise abzukleben, um das unterentwickelte Auge zu fördern. Was sich zunächst widersinnig anhört, hat den Effekt, dass das vernachlässigte aber im Prinzip sonst gesunde Auge trainiert wird und wieder seine Funktion übernimmt. Wichtig bei der Therapie der Amblyopie ist, dass diese Therapie so früh wie möglich begonnen wird.

Brille: Bestimmte Formen des Schielens lassen sich oft durch die richtige Brille beheben.

Operieren: Eine weitere Therapieoption stellt die Operation dar.

Warum man zwei Augen braucht

Nur wenn beide Augen perfekt aufeinander abgestimmt sind, ist dreidimensionales Sehen möglich – denn jedes Auge für sich liefert nur zweidimensionale Informationen an das Gehirn, aus dem dieses dann das räumliche Bild errechnet.

Warum Augen so wichtig sind

In der heutigen Welt nimmt man 85 Prozent aller Informationen über die Augen auf. Die Angst vor Erblindung oder Sehbehinderung ist deshalb groß. Doch zwischen perfektem Sehen und völliger Erblindung liegen viele Zwischenstufen. Und nicht immer nehmen die Betroffenen wahr, dass sie an einer Augenkrankheit leiden, die ihr Sehvermögen langsam aber unaufhaltsam beeinträchtigt.

 

Augenentzündungen

Wenn die Augen morgens verklebt sind, wenn sie brennen, jucken und rot entzündet sind, dann ist der erste Verdacht das Vorliegen einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Die Konjunktivitis ist eine sehr häufig anzutreffende Augenerkrankung. Die Bindehaut reagiert auf eine Entzündung mit vermehrtem Blutdurchfluss (rote Augen) und sondert häufig Sekret ab (verklebte Augen).

 

Tipp: Wer rote, entzündete Augen hat, sollte in jedem Fall einen Augenarzt aufsuchen. Zwar heilt eine durch Bakterien ausgelöste Bindehautentzündung innerhalb weniger Tage von selbst ab, aber nicht selten stecken hinter roten entzündeten Augen andere, zum Teil das Sehen bedrohende Erkrankungen. Ein Laie kann das in der Regel nicht unterscheiden. Zum Beispiel können eine Hornhautentzündung, eine Entzündung der Regenbogenhaut oder auch ein plötzlich gestiegener Augeninnendruck (siehe Grüner Star) ein einseitiges „rotes Auge“ verursachen.

Zu wenig Tränenflüssigkeit: Das trockene Auge

Bei trockenen Augen wird in der Regel die Tränenflüssigkeit nicht mehr ausreichend produziert oder hat nicht die richtige Zusammensetzung. Die Augen können brennen. Häufig haben die Betroffenen das Gefühl eines Fremdkörpers im Auge. Am häufigsten treten trockene Augen bei älteren Menschen auf, inzwischen klagen aber auch immer mehr Menschen ab 30 über dieses Phänomen. Viele vergessen bei der Arbeit vor dem Computer, mit den Augen zu zwinkern und damit den Tränenfilm zu erneuern. Auch klimatisierte, trockene Räume tragen dazu bei, dass die Augen trocken werden.

Tipp: Gegen trockene Augen hilft nicht nur das richtige Raumklima. Künstliche Tränen aus der Apotheke lindern die Beschwerden in der Regel schnell. Man sollte allerdings darauf achten, dass in den Augentropfen keine Konservierungsstoffe enthalten sind, da diese insbesondere bei häufigem Gebrauch einen schädigenden Effekt haben können.

Alle relevanten Informationen der Praxis zum Datenschutz der DSGVO ab 25.05.2018 finden Sie im Reiter "DSGVO" http://www.prof-hirneiss.de/DSGVO/